Von Flasche zu Flasche

Seit dem 29. Juni 2013 führe ich in unregelmässigen Abständen ein Tagebuch in Gegenwart einer Flasche Wein. Es geht mir dabei keineswegs darum, Weine miteinander zu vergleichen, sie einzuordnen, zu bewerten oder gar Kauftipps abzugeben. Dafür braucht es einen kühlen Kopf und klare Kriterien. Beides steht mir nicht zur Verfügung.

Die Flasche ist mir vielmehr ein Gegenüber, mit dem ich eine gewisse Zeit verbringe – in der Regel eine gute Stunde, manchmal auch zwei. Während dieser Zeit geht es nur um diesen Wein und um mich. Er bringt seine Bedingungen mit: seine Herkunft, den Charakter seiner Traube, die aromatischen Spuren seines Terroirs, die Zeichen seiner Verarbeitung im Keller, seine Reifung etc. Und ich bringe meine Bedingungen mit: meine Geschichte, meine gegenwärtige Verfassung, die Erinnerungen an die Erlebnisse des Tages , meine Sorgen und Ängste, meinen Jubel, meine Traurigkeit – und nicht zuletzt natürlich auch meinen Durst, meine Lust auf Gerüche, meinen Appetit auf Geschmäcker.

Alle Tagebucheinträge sind als PDF gestaltet und über das Verzeichnis Von Flasche zu Flasche zugänglich. Ich trinke in Reihen, die als Hefte angesteuert werden können. Die Hefte sind mit einem “ ausgezeichnet und erscheinen jeweils am Anfang einer Reihe.